Liebe Mitpilger,
Gott ist die Liebe, so hören wir im 1. Johannesbrief. Jesus Christus hat mit seinem Leben von dieser Wahrheit Zeugnis gegeben. Die Liebe will nicht besser sein und überhebt sich nicht über den anderen. Deshalb wird Gott Mensch. In der Menschwerdung offenbart sich die Liebe. Gott macht sich uns gleich. Also mach es wie Gott und werde einfach Mensch. Das ist das erste wunderbare Zeugnis Jesu.
In der Auferstehung macht er deutlich, dass sich die Liebe von keinem Versagen und keiner Bosheit des Menschen davon abhalten lässt weiter zu lieben. Im Gegenteil! Die Liebe vollendet sich in der Versöhnung. Das ist das unvorstellbare Geheimnis der Liebe, das all unsere Vorstellungen übersteigt.
Das dritte Zeugnis besteht im Geschenk des Heiligen Geistes. Von Ihm angehaucht lebt die Liebe in uns fort. Obwohl Jesus zum Vater gegangen ist, hat er uns nicht allein gelassen. Der Gott, der uns verlässt, ist der Gott, der uns ständig entgegen eilt, und so ist er uns gegenwärtig.
Man kann die Liebe nicht haben, nicht besitzen und Gott nicht festhalten. Der Mensch hat immer das Bestreben nach Gott zu greifen. Dann macht er alles kaputt und hält eine menschliche Vorstellung von „Gott“ für seinen Schöpfer. Dann wird aus Glaube Religion. Doch die „Götter“ der Religionen hat Jesus alle abgeschafft.
Er hat uns in einem Satz zusammengefasst, wie wir auf Erden Zeugnis geben sollen. Liebe Gott und deinen Nächsten wie dich selbst. Dieser Dreiklang ist seine ganze Theologie. Wie schön wäre es, wenn wir uns darauf beschränken und unsere ganze Kraft dafür einsetzen würden. Ein ständiges Lernen und Staunen, weil nur die Liebe die Wirklichkeit in seiner ganzen Tiefe offenbaren kann. Wir würden nicht in Rechthabereien und hohlen Diskussionen feststecken und übereinander Macht gewinnen wollen, sondern einander zu uns selbst führen.
Gestern hatte ich eine wunderbare Begegnung mit meinem Papa. Er liegt gerade im Krankenhaus. Mit großer Dankbarkeit und stillem Glück sind viele Gedanken nur so aus seinem Herzen gesprudelt. Schließlich hat er zu mir gesagt: „Volker, deine Mama hat mich zu einem besseren Menschen gemacht. Was habe ich für ein Glück!“ Was für ein wundervolles Zeugnis der Liebe.
Ich wünsche Euch ein gesegnetes Pfingstfest!
Euer Mitpilger Volker