Liebe Mitpilger,
Friedhofsgänge, Gefallenenehrung, Volkstrauertag und Totensonntag bringen uns im November mit Trauer, Leid und Tod in Berührung. Erinnerungen an unsere Verstorbenen tauchen auf und weisen uns darauf hin, dass auch uns irgendwann die letzte Stunde schlägt. Getragene Blasmusik, Männer in Uniform mit Fackeln in der Hand und schwarze Mäntel vermitteln eine gedrückte Stimmung. Dazu werden die Tage immer kürzer und die Nächte länger. Das kann auf das Gemüt schlagen. Um nicht im Trübsinn durch die Tage zu taumeln sind wir aufgefordert nach einem Sinn zu suchen und zusammen zu rücken.
Die entscheidende Deutungshilfe schenkt uns dabei gleich der erste November: das Fest Allerheiligen. Dieses Fest ist der österliche Auftakt, der die Trauer und den Tod in ein ganz anderes Licht taucht. Denn Jesus Christus, das Licht der Welt, ist in diesen Tod hineingegangen und hat die Dunkelheit erhellt.
Die Augen des gläubigen Herzens können jetzt mehr sehen. Der Tod ist nicht das Ende, sondern der Wendepunkt zum Ewigen Leben. Die Menschen sind geschaffen für das Heil. Vollendung ist unser Ziel! Wenn die Christen auf die Friedhöfe gehen, ist das keine Erinnerungskultur. Es ist viel mehr! Wir legen Zeugnis dafür ab, dass die Gräber alle leer sind.
Wen Gott liebevoll ins Dasein gerufen hat, lässt er nicht in der Erde verrotten. Nein, er führt uns heim und drückt uns an seine mütterliche Brust, damit unsere Herzen wieder schlagen für alle Ewigkeit. Er wird alle Tränen von unseren Gesichtern abwischen. Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen.
Dieses Zeugnis braucht die Welt. Menschen, die aus diesem Glauben leben, sind Kraftquelle für alle anderen. Durch ihr Dasein kommt das österliche Licht neu in die Welt und vermag die Schwarzseher mitzureißen in einen neuen Morgen.
Mit frohem Gruß Euer Mitpilger